Plattdeutsch hören und sprechen lernen

Sie hören auf 10 CD das breite ländliche westmecklenburger Plattdeutsch.

Teilnahme an Sprachkursen möglich.

 

Stirbt das breite ländliche westmecklenburger Plattdeutsch aus?

Eine solche Schriftsprache gibt es schon lange nicht mehr.

Darum schreibe ich hier in Hochdeutsch.

 

Ich bin 1935 auf dem Lande in der Nähe von Schwerin mit dem breiten ländlichen westmecklenburger Platt aufgewachsen und habe diese Mundart in den ersten 20 Jahren auch überwiegend nur gesprochen.

Jetzt höre ich zu meinem Bedauern sowohl im Theater, als auch in Rundfunk und Fernsehen fast nur noch Vorpommersches -, Schleswig Holsteiner -, oder das runde vornehme Platt, das auch in den Städten Westmecklenburgs gesprochen wird, bzw. Missingsch.

Um etwas dazu beizutragen, unsere Mundart zu erhalten, habe ich in den letzten 10 Jahren in mehreren Kursen an der Volkshochschule Schwerin, als auch privat insbesondere für Lehrer und Kindergärtnerinnen diese Mundart unterrichtet. Die Lehrerinnen erhielten als Abschluss vom L.I.S.A.(Landesinstitut für Schule und Ausbildung) ein Zertifikat, das ihr erreichtes Wissen und Können belegte.

Weil die einzige Schriftsprache, die es hier noch gibt, das Vorpommersche Platt, in vielen Fällen stark von unserer Mundart abweicht, habe ich für den Unterricht eine Lautschrift entwickelt, die das Erlernen der richtigen Aussprache sehr erleichterte. Einige Beispiele:

Wir sagen

nicht „Heu, freu,                                  sondern Hö, frö“,
nicht „Vadder, Grotmudder, Brauder,  sondern Varre, Großmurre, Braure“,
nicht „Seiß, meihden, neihden,             sondern Seeß, mehd´n, nehd´n“,
nicht „de, se, he, een, keen,                 sondern dei, sei, hei, ein, kein“,
nicht „een, twee, dree, veer, vierteihn,  sondern ein, twei, drei, veie, veited´n“.

Man sieht an diesen wenigen Beispielen, dass ein Erlernen der o.g. Mundart auf der Grundlage des Vorpommerschen Platt kaum möglich ist und auch sogar dem Geübten das Lesen schwer fällt. Es muss eben vieles wie im Englischen, in die eigene Mundart übersetzt werden.

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Sprechen lernt man eine Sprache oder Mundart deshalb am besten von einem originalen Tonträger, in Unterhaltungen mit Menschen die es noch perfekt beherrschen, oder im Unterricht.

Auf meinen 10 CD, sowohl dem Hörbuch, den Auszügen aus meinen Lehrmitteln, den über 100 lustigen Geschichten und Witzen, als auch den ins Platt übersetzten Märchen, Fabeln und Tiergeschichten können Sie die obige Mundart in 60 bis 70 Stunden Laufzeit anhören und sicher auch über vieles schmunzeln.Karl-Friedrich mit Max und Moritz

 

Das Hörbuch zeigt aber auch historische Tatsachen auf, handelt es sich hier doch auch um die Struktur und Lebensweise in der Landwirtschaft im Zeitraum von 1948 bis 1961, sowie eigene Erlebnisse und Erfahrungen.

 

Wer also o.g. Mundart erlernen möchte, für den biete ich in der Nähe von Schwerin, ab 10 Teilnehmern auch jetzt noch Kurse zu Preisen wie an der Volkshochschule an.

In 4 Semestern zu je 15 Doppelstunden, also in zwei Jahren, könnten auch Sie die obige Mundart schon zu Ihrer Zufriedenheit beherrschen.

Klicken Sie mich doch einfach mal an, oder rufen Sie mich an, wenn Sie an CD oder am Unterricht interessiert sind.

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Was heißt eigentlich: breites ländliches westmecklenburger Platt?

Der Autor Karl-Friedrich Kobow sagt dazu:

Dieser Ausdruck wurde von Frau Prof. Renate Herrmann-Winter geprägt und besagt, dass es sich um eine Mundart der niederdeutschen Sprache handelt, die im Gegensatz zum runden vornehmen Platt, das in den größeren Städten auch Westmecklenburgs gesprochen wird, vorwiegend auf dem Lande gesprochen wurde und wird.Sprachgebiet

Wenn ich nun von Westmecklenburg spreche, dann meine ich das Gebiet von der Elbe bis nach Güstrow und von der Ostsee bis einschließlich Perleberg und Parchim in südlicher Richtung. Hier gibt es natürlich keine starren Grenzen, sondern die Mundarten gehen fließend ineinander über bzw. sie vermischen sich sogar. Dass das Vermischen seit dem 2. Weltkrieg besonders intensiv erfolgte durch die Menschen, die aus Pommern und Ostpreußen auch nach Mecklenburg kamen ist sicher jedem verständlich.

Dass aber in den letzten Jahren das ländliche westmecklenburger Platt durch Theater, Funk und Fernsehen immer weiter verdrängt und fast nur noch das runde vornehme Platt bzw. das vorpommersche - oder Schleswig Holsteinsche Platt gesprochen wird, halte ich für sehr bedenklich. Wenn man Jugendliche und Kinder nach der Plattdeutschen Mundart befragt, dann wird diese eben beschriebene von ihnen genannt. Die Mundart ihrer Eltern und Großeltern kennen sie schon gar nicht mehr.

So groß ist eben der Einfluss der Medien.

Als ich in zwei Fällen versuchte, den NDR auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wurde ich in deren Unkenntnis der Sachlage darauf hingewiesen, dass doch schon viele Plattdeutsche Sendungen gebracht würden und nicht nur die o.g. Mundart bedacht werden kann.

In Gesprächen mit vielen Bürgern vom Lande erfahre ich immer wieder, dass sie sich in den plattdeutschen Sendungen vom NDR nicht wiederfinden und abschalten. Sie sind der Auffassung, die dortigen Verantwortlichen können wohl nur aus dem Raum Schleswig Holstein stammen, weil das allzu deutlich zum Vorschein kommt.

Dass im Theater ein solches Platt gesprochen werden muss, dass auch der größte Teil des hochdeutschen Publikums das versteht, ist wohl eher zu begreifen.

Meine Bemühungen über das Kultusministerium zum Erhalt der o.g. Mundart blieben bisher auch erfolglos.

Ebenso verhält es sich mit dem Landesinstitut für Schule und Ausbildung. Auch hier ist kein Geld mehr für die Weiterbildungspläne vorhanden und somit bleibt auch die Weiterbildung der Lehrer auf diesem Gebiet auf der Strecke.

Hat das Land Mecklenburg-Vorpommern wirklich kein Interesse daran, die vom Aussterben bedrohten Mundarten zu erhalten? Ist ihnen die Bildung wirklich weniger wert, als z.B. der Sport, wo jährlich riesige Summen ausgegeben werden?

Ich meine, Fußballspielen können die Kinder auch ohne viel Geld und Unterstützung. Eine Sprache oder Mundart lernen ist dagegen weitaus schwieriger und aufwendiger. Es lohnt sich aber auf lange Sicht.


(Karl-Friedrich Kobow)

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